Bisher

Frauenfrühstück


In unserer Arbeit bei Mekri fiel immer mehr auf, dass die offene Sprechstunde zu 90 % von Männern genutzt wurde. Daher veranstaltete Mekri Frauenfrühstücke um geflücheten Frauen den Zugang zur Beratung zu erleichtern. Beim gemeinsamen Frühstück wurden das Themen wie zum Beispiel Frauengesundheit Vorsorge & Behandlung und Beratungsangebote im deutschen Gesundheitswesen für geflüchtete Frauen mithilfe von Beispielsweise Gesundheitslotsinnen des Frankfurter Gesundheitsamtes nähergebracht. Mit dem Ziel Einblicke in das vielfältige Gesundheitsangebot zu schaffen und somit Vertrauen in die Arbeit der Behörden und Institutionen zu stärken. Da gerade für Menschen, die die deutsche Sprache nicht beherrschen das Zurechtfinden im deutschen Behördensystem sich schwierig gestalten kann. Beim gemütlichen Zusammensitzen konnten die Frauen in der Muttersprache Tigrinja Fragen stellen und ein offener Austausch erfolgen.

Mit nur wenigen Ausnahmen jede Woche ununterbrochen über 6Jahre lang

Die Sprechstunde

Von 2014 bis 2019 fand jeden Donnerstag Abend eine offene Sprechstnde statt. Die Sprechstunde von Mekri e.V. für Geflüchtete im Asylverfahren in Muttersprache Tigrinja war meist die einzige Möglichkeit für die Betroffenen sich bzgl. des eigenen Asylverfahrens zu informieren, Fragen zu klären, Übersetzungen zu erhalten und erforderliche administrative Tätigkeiten, die das Asylverfahren mit sich trägt zu verstehen. Die Sprechstunde wurde darüber hinaus genutzt, um auch sehr sensible Themen und schwierige Lebenssituationen besprechen zu können. Da solch ein Angebot in der eritreischen Community bisher nicht bestand kamen mit der Zeit auch immer mehr Geflüchtete außerhalb des Raums Frankfurt am Main angereist, um die Mekri e.V. F Sprechstunde in Anspruch zu nehmen.


Es erfolgten Anfragen zur Beratung z.B. aus Mannheim, Hamburg, Kaiserlautern über Dresden bis Berlin, quer durch das Bundesgebiet. Im Durchschnitt haben 14-20 Personen die Sprechstunde wöchentlich aufgesucht. Geflüchtete, die vor einer Abschiebung zum Beispiel nach Italien stehen, haben oftmals nur das Kirchenasyl als letzte Rettung.


Mekri e.V. suchte den Kontakt zu entsprechenden Gemeinden und begleitete Geflüchtete ins Kirchasyl. In der Begleitung der Schutzbedürftigen lag der Fokus der Arbeit. Dabei wurden behördliche Formalitäten der Betroffenen geklärt, Übersetzungstätigkeiten bei Arztterminen und sonstigen Notwendigkeiten. Auch die Vermittlung und Vernetzung zu weiteren Betreuungsoptionen waren Teil der Begleitung von Geflüchteten.


Das Ziel von Mekri e.V. ist es insb. in Form der Begleitung das Ankommen in Deutschland für Geflüchtete zu erleichtern, durch die sprachliche Vermittlung in Muttersprache zwischen den Betroffenen und Institutionen auch eine kultursensible Brücke geschlagen wird. Daher planen wir als Verein unsere offene Sprechstunde wieder ins Leben zu rufen. Da wir von unseren bisherigen Erfahrungen viel gelernt haben, sind wir diesmal auf der Sucher nach Geldgeber*innen, die das Ganze finanzieren, um der Tragweite eines solchen Projekts gerecht zu werden.

Empowerment


Im Rahmen der Beratungsarbeit verzeichnet Mekri e.V. eine besorgniserregend wachsende Anzahl von Fällen häuslicher Gewalt und Femiziden in der eitreischen Community. Diese Problematik kann nicht im Rahmen der Beratungsarbeit im Asylverfahren angegangen werden und benötigt einen problemorientierten Ansatz, den der Verein in der Bewältigung von erlebten Traumata der Betroffenen erkannt hat: Aufgrund der traumatisierenden Erfahrungen während der Flucht nach Deutschland, der schwierigen Lebenssituation in Eritrea, Rassismuserfahrungen und dem Druck aus der eigenen Familie, in Deutschland Fuß fassen zu müssen, sind viele Geflüchtete seit Jahren enormem Stress ausgesetzt. Die fehlende Auseinandersetzung mit dem Erlebten blockiert oftmals ein selbstbestimmtes Ankommen. Damit verbundene Frustrationen und ein Gefühl von Machtlosigkeit führen häufig zu gewaltvollen Auseinandersetzungen in Familien und Partnerschaften, die in letzter Konsequenz zu Femiziden führen. Diese Thematik stellt für den Verein eine neue Herausforderung dar, die in Verbindung mit der traumatischen Belastung der Betroffenen steht. Ihnen fehlt es oftmals an persönlichen Netzwerken in Deutschland, um sich jemandem anzuvertrauen und an professionelle Hilfe zu gelangen. Auch die Akzeptanz professioneller Hilfe und das aktive Aufsuchen von Beratungsstellen ist noch nicht weit verbreitet in der Community.


Dies hat Mekri e.V. mit dem Projekt „EmPOWERment – (An)erkenne deine Stärken“ geändert und vor allem geflüchtete Frauen und Männern über Trauma und dessen Verbindung zu häuslicher Gewalt und Femiziden aufgeklärt und sensibilisiert.